Ein neuer Verlag, das schwullesbische Lesefestival und der Vincent-Preis


Ja, mich gibt es noch, so richtig schön erkältet, mit Kopfschmerzen, Husten und besonders Schnupfen.  Bis morgen bin ich ein rotgerändertes Rüsseltier. Okay, genug gejammert … nun zu den ganzen Neuigkeiten (die mal wieder massiv in einem Klotz kommen).

Zuerst: Anabelle, Zaida und Jewa, meine drei Steampunk-Damen, haben ein Zuhause gefunden. Toni Kuklik, Chefin und Verlegerin im Weltenschmiede-Verlag, hat sich bereit erklärt die Ladies zu veröffentlichen 🙂 Es werden Episodengeschichten, Krimis mit unheimlichem Einschlag und Technik. Wer Anabelle und Madame Zaida noch nicht kennt … der darf sich auf einiges Einrichten 😉

Die Nacht der Schwäne

Anabelle und Zaida

Hier auch noch mal je ein Bild der Damen mit einer kleinen Beschreibung.

Anabelle Talleyrand: französische Wissenschaftlerin aus Paris, 1867 ermordet und in einen Maschinenkörper transferiert, der ihrer eigentlichen Gestalt gar nicht mehr ähnelt. Seit 1869 in London. 1870 wird sie mit dem Einverständnis der Königin als Detektivin in ihrem Fachgebiet (der Robotik) eingesetzt. Unterdessen bearbeitet sie mit Zaida und Inspektor Hailey alle Fälle, die Außergewöhnlich sind und unheimliche Aspekte mit sich bringen.

Anabelle Talleyrand

Anabelle Talleyrand

Madame Zaida (Nayara): angolanische Magierin, ein „Mitbringsel“ eines Getreuen aus dem Gefolge König George III. Zaida sah es als willkommene Chance dem portugiesischen Diktat zu entkommen. Mit ihrem diplomatischen Geschick, ihren Künsten und ihrer Sprachkenntnis machte sie rasch von sich reden und gelangte in die höchsten Kreise, aus denen sie nicht mehr wegzudenken ist. Zaida hat sich mit Leib und Seele der englischen Krone verschrieben.

Madame Zaida

Madame Zaida

Und nun zu den anderen Punkten: am Wochenende lief – im Rahmen der Homonale – das erste schwullesbische Lesefestival in Wiesbaden. Am Samstag hatten wir extrem viel Zulauf, insbesondere bei den ersten beiden lesbischen Lesungen von Sabine Brandl und Conny Reinhard. In all den Jahren Lesecafé Wiesbaden kam es noch nie dazu, dass die Zuhörer, die durch die zwei Räume strömten tatsächlich eine Massenverdrängung hervorriefen … bis zu diesem Samstag. Noch mal mein sorry an Nicky und Ina … hinter der Theke habe ich eigentlich wenig verloren, aber ich kam aus meiner Position schlicht nicht heraus.

Generell war das Lese-Event einfach nur Genial. Ich kann und will es auch gar nicht so genau beschreiben, weil man das selbst erlebt haben sollte. Am Samstag jedenfalls war mein persönliches Highlight die Lesung der drei letzten Autoren: Jana Walther, Jannis Plastrgias und Martin Skerhut. Unterschiedlicher können die drei nicht sein, aber genialer wäre es auch nicht mehr gegangen, zumindest am Samstag nicht 😉

Hier auch einige Bilder, besonders von Jana, Martin und Jannis 🙂

1. Lesung mit Sabine Brandl

1. Lesung mit Sabine Brandl

Hier sieht man, wie viele Zuhörerinnen und Zuhörer da waren. Sabine Brandels Lesung war so übervoll, dass viele Leute vorn, an der Theke warten mussten. So voll war es wirklich noch nie.

3. Lesung/ Tanja

3. Lesung/ Tanja

Hier ist es dagegen schon still 😉 Das ist mitten aus meiner Lesung heraus. Jule hatte mich zwischendurch „kalt“ erwischt und ich bin vollkommen aus der Zeile gerutscht. Für „Olli“ hatte ich das passende Outfit an, aber zu „Mord ohne Leiche“ passten meine Armee-Klamotten mal wieder gar nicht.

Tanja

Tanja

Hier nun vor allem drei sehr schöne Aufnahmen meiner Samstags-Lieblinge:

Jana Walther, deren Romane nicht nur sehr ruhig, sondern auch sehr sensibel geschrieben sind.

Jana Walther

Jana Walther

Jannis, dessen Bücher ich einfach wegen seiner Realitätsnähe und Intensität liebe.

Jannis Plastargias

Jannis Plastargias

Und natürlich Martin, dessen Zusammenfassung seiner Geschichten allein schon der Renner war: Mensch trifft Wesen – ficken!

Martin Skerhut

Martin Skerhut

 

Den Sonntag toppte Nino Delia. Ganz ernsthaft … wer Nino nicht einmal live hat lesen hören, der sollte das schleunigst nachholen. Mit so viel Ironie, Witz und Charm habe ich noch keinen Misanthropen kennen gelernt (wie ihren Hauptcharakter). Sie und Anna Maske waren die Highlights und haben mich felsenfest von sich überzeugt.

Hier auch die Aufnahmen von Nino, die von allen fast sofort genötigt wurde ihre Geschichte einzulesen.

Nino Delia

Nino Delia

Und natürlich Anna, die zwar das Schlusslicht bildete, aber alle mit ihren beiden Kurzgeschichten und der sensiblen Erzählweise mitnahm.

12. Lesung/ Anna

12. Lesung/ Anna

Besonders viele Leser, Fans und Zuhörer kamen auch wegen dieser außergewöhnlichen Dame: Chris P. Rolls. Sie schreibt außergewöhnlich direkte und greifbare Geschichten schwuler Männer. Davon abgesehen ist sie ein toller Mensch. Jeder, der sie kennen lernt, wird überzeugt von ihrer natürlichen und offenen Art.

Chris P. Rolls

Chris P. Rolls

Alles in Allem hat sich Juliane Seidel nicht nur mit dem Lesefestival und den Autoren übertroffen, es war auch eine der genialsten Veranstaltungen im Lesecafé. Vor allem weil die gesamten Autoren nett sind und einige davon so herzlich, dass bei mir nicht nur der Kümmertick voll und ganz ausschlug, sondern ich sie alle einfach auch fest ins Herz geschlossen habe.

So wie es aussieht, findet im kommenden Jahr auch wieder ein Lesefestival statt, wieder im Rahmen der Homonale und wieder im Café Anderswo.

Nun fehlt nur noch der letzte Punkt: der Vincent-Preis 2013. Ich bin mit „Glasseelen“ und „Der Rebell“ vorgeschlagen worden. Wer also mag, kann sich das ganze mal ansehen: http://vincent-preis.blogspot.de/2013/01/romane-2013.html und abstimmen. Die Abstimmung funktioniert allerdings nur, wenn man in dem Forum angemeldet ist: http://www.horror-forum.com/. Ja, leider etwas umständlich, aber wem die Bücher gefallen haben, der darf sich gern austoben 🙂 Hier auch noch mal die Leseproben:

Glasseelen: PDF und TXT

Der Rebell: PDF und TXT

Im Übrigen hatte Frank Hebenstreit für Queer.de und Inqueery.de eine grundgeniale Rezi zum Rebellen geschrieben. Da Oliver schwul ist, passte sich der Roman „Der Rebell“ so perfekt in diese ganzen Plattformen ein. Wow 😀 Ich bin einfach nur begeistert. Es geht im Übrigen mit der Reihe auch weiter. Der dritte Band ist in Arbeit und soll im Lauf des Jahres erscheinen. Wie die, die das Buch schon gelesen haben wissen, schließt das Buch nahtlos an 🙂 Ihr könnt gespannt sein, wie Olli aus der Situation kommt und langsam alle fehlenden Puzzleteile zueinander treiben. In jedem Fall geht es unheimlich und spannend weiter 😉

Ansonsten: geht es weiter mit der Arbeit an „Die blaue Phiole“ für den Incubus-Verlag. Richtet euch schon mal auf Steam-Fantasy mit Kriminalfällen ein 😉

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12 Kommentare zu “Ein neuer Verlag, das schwullesbische Lesefestival und der Vincent-Preis

  1. Chimiko sagt:

    Erstmal gute Besserung und dann noch Glückwunsch zur Nominierung! 🙂

    Das Lesecafé klingt ja nach einem wirklich tollen Erfolg für euch!

    Alles Liebe, Chimiko

  2. […] Weiterführende Berichte: Darkside – Autorenblog Tanja Meurer […]

  3. lesenundmehr sagt:

    Ich hoffe, dass es Dir schon wieder besser geht!

    Ich habe mich noch nicht an Steampunk herangetraut, aber die Bilder sind spitzenmäßig! Schön dass sie ein „Zuhause“ gefunden haben 🙂

    Der Lesungsbericht hört sich auch klasse an, da wäre ich gerne dabei gewesen, aber Wiesbaden ist ein wenig weit weg…
    LG
    Tanja

    • lysander1330 sagt:

      Hi Tanja,

      die Erkältung zieht sich langsam zurück, aber irgendwie laufe ich noch nicht wieder ganz „rund“ 😉
      Meinst Du den Steampunk in Romanen oder allgemein? Sehr schön dafür ist das Steampunk-Festival in Stade. Da hast Du „gelebten“ Steampunk 🙂
      http://aethercircus.blogspot.de/
      Wenn Du magst, kannst Du Dich ja mit Toni Kulik von der Weltenschmiede absprechen, dass sie Dir bei Erscheinen ein eBook zum Rezensieren gibt.
      Gerade bin ich eher noch dabei „Der Rebell“ zu bewerben. Ist halt ein schwuler Mystery-Thriller 😉 Nicht so einfach an den Mann zu bringen.

      Die Lesung hat auch Spaß gemacht und war anstrengend. Nach den beiden Tagen waren Jule und ich ziemlich fertig (und erkältet). Wiederholt wird sie trotzdem im kommenden Jahr, wieder im Rahmen der Homonale. Wenn Du es schaffen solltest,versuch einfach wirklcih zu kommen. Ich denke, es würde Dir sehr gefallen. Unter kommen kannst Du für das WE auch bei mir.

      Liebe Grüße

      Tanja

      • lesenundmehr sagt:

        Steampunk ist mir generell nicht so geläufig… Ich finde die Kostüme und Bilder klasse, aber bisher finde ich mich persönlich nur bedingt dort wieder. Ich sollte mir einfach mal ein Buch schnappen und fertig…. wobei, eins liegt sogar auf dem SuB.

        Ich schau mal ob ich auf dein Angebot zurück komme, vielen Dank! Es ist nur immer recht schwierig die Kinder unterzubringen, weil die Wochenenden oft mit sportlichen Aktivitäten (Wettkämpfen) vollgestopft sind. Aber wenn ich früh plane, dann klappt es vielleicht 🙂
        LG
        Tanja

      • lysander1330 sagt:

        Stell es Dir wie einen etwas technisierteren Holmes vor 😉 Genaugenommen sind die neuen Holmes-Filme schon stellenweise stark steampunkig. Bei mir hält sich der rahmen im unheimlichen und kriminalistischen Bereich. Anabelle ist eine Maschine mit Geist, Verstand und Seele und Zaida ist eine Magierin. Zusammen bearbeiten sie die Fälle, die eine kleine Sonderabteilung von Scottland Yard aufs Auge Gedrückt bekommt. Inspektor Hailey und der vormalige Constable Masters sind eine recht effektive Zwei-Mann-Armee. Hailey hat aber ein Problem mit den Dingen, die er nicht sehen kann (Zaidas Part) und mit Personen die schwerer und stärker sind als er (Anabelles Part – das sind zumeist Maschinenmenschen). Masters ist sensibel, gehemmt und wird irgendwann einen starken Hang zum Okkulten entwickeln.

        Wie alt sind Deine Kids? Das hört sich nach Grundschule und Mittelstufe an.
        Das nächste Festival in der Art kommt, aber auch erst wieder im Januar 2015. Bis dahin ist noch viel Zeit 🙂

      • lesenundmehr sagt:

        Ja, gut getippt, meine Kids sind in der 3.+5. Klasse 🙂

        Die Geschichte hört sich interessant an, vielleicht trau ich mich doch irgendwann mal ran…
        Bei dem Festival bin ich unentschlossen. Ich schaue mir sowas gerne an, aber ich würde mich vermutlich sehr fehl am Platz fühlen, denn verkleiden ist nicht mein Ding :-/

      • lysander1330 sagt:

        Das klang für mich ein bisschen durch, deswegen die Einschätzung 🙂

        Bei dem Festival hast Du auch sehr viele Besucher, die ganz normal unterwegs sind Letztlich ist die Festung auch so ein ziemlicher Publikumsmagnet 🙂
        http://www.grauerort.de/
        Mit Gewandeten kommt es natürlich noch mal um einiges Witziger.

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