Bücher, Bücher, Bücher, …


Von meiner Seite gibt es sehr gute Nachrichten zu meinen Projekten. Die Romane Glasseelen, Der Rebell und Die Seelenlosen – Die Stadt der Maschinenmagie haben neue Verlage gefunden 🙂 Aber nun der Reihe nach.

Die Seelenlosen sind ab sofort bei DeadSoft untergekommen und werden dort auch weiterveröffentlicht. Ihr könnt die Bücher also sehr schnell wieder über Simon Rhys Beck erhalten. Das bedeutet auch, dass der zweite Band bald zu lesen sein wird.

Klappentext Die Seelenlosen:
Valvermont war einst die Heimat des Kriegsveteranen Gwenael Chabod, der zum Commandanten über die Garnisonen der Stadt berufen wird. Sein Geliebter Orin – ein ehrwürdiger Priester orcischer Abstammung – ist an seiner Seite, als sich vor Gwenaels Augen ein Mann in eine seelenlose Kreatur verwandelt.
KurCoverz darauf wird eine junge Frau getötet. Einziger Augenzeuge ist der Dieb Jaleel. Sein Bericht deckt Grauenvolles auf – und bringt sein eigenes Leben in Gefahr.
Gemeinsam mit neuen Freunden und Verbündeten jagt Gwenael den finsteren Geist, der von Valvermont Besitz ergriffen hat. Nicht ahnend, wie nah ihm die Dunkelheit bereits ist.
Ein Roman aus einer fantastischen Welt, die die ersten vorsichtigen Schritte in Richtung Moderne wagt. Umgeben von dampfbetriebenen Maschinen, mächtigen Magiern und einem undurchsichtigen Stadtoberhaupt muss Gwenael sich fragen, wem er trauen kann, wer seine Freunde sind, wer ihn liebt und welche düsteren Geheimnisse die Villa seiner Familie birgt.

Hier noch ein kleiner Vorgeschmack auf Band 2 (Vorsicht, Spoiler!):
Hinter den Mauern der ausgebrannten Anstalt Jarvaise lauert die Finsternis und unter der Stadt schlägt ihr mechanisches Herz. Jaleel, Gwenael und seine Schwester Desirée begegnen dem Ursprung der Experimente um Stahl und Lebensenergie: Jarvaise Cordellier, einem Leichnam, der von seiner Tochter Gaëlle durch gestohlene Seelenkraft am Leben erhalten wird. Aber der Tod von Jarvaise und seiner Tochter ist nicht das Ende. Gaëlles Netzwerk ist weitreichend. Weiterhin sterben Menschen und Valvermont wird binnen einer Nacht von Fleischpuppen überrannt. Gwenael weiß, dass er mit seinen Gefährten gegen die Zeit arbeitet, denn die Maschinerie unter der Stadt hat sich verselbstständigt und das dunkle Herz beginnt wieder zu schlagen.

Glasseelen kommt im Mai 2017 bei der Edition Roter Drache heraus und wird noch einmal gründlich überarbeitet. Das bedeutet, dass der Roman in neuem Outfit und einigen Änderungen zu euch kommt, freut euch also auf Steampunk in der Gegenwart, Msytery und Krimi – alle in Berlin 😉 Und ich bin schon jetzt auf das neue (vielleicht besser passende) Cover gespannt.

Klappentext Glasseelen:
Für die 19-jährige Camilla und ihre Freundin Theresa endet ein Museumsausflug mit einem Schock. Ein Mann stürzt sich vor ihren Füßen zu Tode.

Glasseelen - Schattengrenzen I

Seine Augen lösen sich in Staub auf, aus seiner Hand rollen blutige Augäpfel. Steht der Suizid in Zusammenhang mit einem wahnsinnigen Mörder, der sein Unwesen in Berlin treibt? Bereits mehrere junge Frauen sind ihm zum Opfer gefallen. Die verstümmelten Leichen verbindet ein grausiges Merkmal: herausgeschnittene Augen. Obwohl sich Camilla und Theresa unter der Betreuung einer Psychotherapeutin und der Polizei in Sicherheit wähnen, nimmt der Serienkiller sie ins Visier. Von Panik getrieben gerät Camilla in die Unterwelt der Hauptstadt und stößt auf rätselhafte Menschen. Können der greise Amadeo oder der attraktive Chris sie vor ihrem fanatischen Verfolger retten? Mit dem Namen „Sandmann“ gibt Chris ihr einen entscheidenden Hinweis, doch der Killer ist nicht leicht zu überlisten. Um seinen Attacken zu entkommen, muss sich Camilla nicht nur ihrem Peiniger stellen. Sie entdeckt eine übersinnliche Fähigkeit, die vielleicht besser im Verborgenen geblieben wäre …

Der Rebell ist zwar noch immer Teil der Reihe und kommt direkt im Anschluss an Glasseelen, aber der Verlag ist ein anderer: HOMO Littera. Das Buch erscheint im Frühjahr / Früh-Sommer 2017. Bei HOMO Littera kommen alle weiteren Romane um Oliver, Daniel und Co. heraus. Zu diesem Buch gibt es auch schon die erste Auswahl zu em neuen Cover. Der Kleine passt einfach perfekt, viel besser als das alte, aussagefreie Cover 🙂

Klappentext Der Rebell:
Der 16-jährige Oliver und seine jüngeren Brüder Christian und Michael überleben die schlimmste Nacht ihres Lebens. Ihr Vater ermordet Mutter und weitere Geschwister. Das Motiv scheint auf der Hand zu liegen: Untreue.
Doch Oliver undDer Rebell seine Brüder wollen nicht daran glauben, insbesondere als auf Christian ein Anschlag verübt wird. Fassungslos über die Tat und die Inaktivität der Polizei, suchen sie auf eigene Faust nach der Wahrheit und stoßen auf einen unheimlichen Gegner. Lediglich der unerfahrene Kommissar Daniel Kuhn steht ihnen bei.

Zur selben Zeit werden mehrere Tote im Haus des einzigen noch lebenden Verwandten entdeckt. Die Leichen liegen bereits seit 70 Jahre dort. Die Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, aber Olivers Neugier ist unstillbar. Er glaubt nicht an Zufälle und findet die Gemeinsamkeiten in beiden Fällen.
Doch ihre Gegner scheinen nicht unter den Lebenden zu weilen.

Hier bekommt ihr noch einen Eindruck über die Bildauswahl für das neue Cover zu Der Rebell 🙂

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Der zweite Band wird im Übrigen den Titel Hass tragen … und damit ist die Geschichte von Oliver und Daniel noch lange nicht beendet 🙂

Die Seelenlosen – Rezensionen


Cover

Valvermont war einst die Heimat des Kriegsveteranen Gwenael Chabod, der zum Commandanten über die Garnisonen der Stadt berufen wird. Sein Geliebter Orin – ein ehrwürdiger Priester orcischer Abstammung – ist an seiner Seite, als sich vor Gwenaels Augen ein Mann in eine seelenlose Kreatur verwandelt.
Kurz darauf wird eine junge Frau getötet. Einziger Augenzeuge ist der Dieb Jaleel. Sein Bericht deckt Grauenvolles auf – und bringt sein eigenes Leben in Gefahr.
Gemeinsam mit neuen Freunden und Verbündeten jagt Gwenael den finsteren Geist, der von Valvermont Besitz ergriffen hat. Nicht ahnend, wie nah ihm die Dunkelheit bereits ist.

Hier sind einige der genialsten Rezensionen zu meinem Buch 🙂

Online-Magazine:

QUEER.de – Rezensent Frank Hebenstreit

Inqueery.de – Rezensent Frank Hebenstreit

Zauberwelten – Christina Löw

Blogs:

NEU Literatopia – Judith Madera

Like a Dream – Rezensentin Juliane Seidel

Bücherwesen – Rezensent Michael Wastelhuber

Phantastik-News – Rezensent Carsten Kuhr

Pressenet – Rezensent Winfierd Brumma

Jules‘ bunte Welt der Bücher – Rezensent Jules Bauernfeind

Kittys Bücherblog – Rezensentin Katharina Schardt

Sarnakai – Welt der Bücher – Rezensentin Sabrina Pommer

Claudias Bücher-Welt – Rezensentin Claudia S.

Weltbundmalende Bücher – J. Gaillard

Tapsis Bücherblog – Denise

Amazon-Rezensionen

5 Sterne *****

NEU Coala

NEU AmberStClair

NEU Jasmin Morawe

NEU Luna

NEU

Claudia

Jamamashid

Jana Klimke

Kitty411

Koriko

Bücherwesen

Mamarna64

4 Sterne ****

NEU Cadness

NEU LiberteToujours

NEU Buchkatze

Logan Lady

cd

3 Sterne ***

Weltbuntmalendebücher

Eisnacht – eine Kurzgeschichte zu „Der Rebell“

Oliver

Hier wieder mal was Unheimliches zu Ollis Erbe – der Buchhandlung, dem Archiv und dem alten Mietshaus im Wiesbadener Rheingau-Viertel …

Eisnacht

Fahles Laternenlicht zerfaserte. Eisige Nebel hingen in den Straßen, zwischen den Häusern und dämpften jeden Laut auf ein unwirkliches Echo herab. Der Asphalt war glatt.

Durch die drückende Atmosphäre roch die Luft nach Abgasen. Unter den Gestank mischte sich der Duft nach Gebäck, Tannennadeln und Harz.

Oliver zog seinen Rollkragen aus der schäbigen Lederjacke und vergrub sich darin. Sein warmer Atem und der hautwarme Wollstoff vermittelten ihm den trügerischen Eindruck, nicht mehr so stark zu frieren. Seine Häsin Opa krallte sich unter Pulli und Jacke fest. Die Wärme des Tieres tat gut. Trotz allem wollte Oliver so schnell wie möglich wieder in seine beheizte Buchhandlung zurück. Unter seinem Arm klemmten mehrere schwere Lederfolianten, gründlich eingepackt, die er vom Restaurator abgeholt hatte. In Gedanken befand er sich bereits zu Hause. Die überfüllte Innenstadt verdeutlichte ihm, dass man in der Vorweihnachtszeit eher Zeit mit Familie und Freunden verbringen sollte.

Geiler Kommerz, dachte er verärgert.

Er sehnte sich nach einer heißen Dusche oder einem Bad. Der Gedankengang aufzutauen, war verlockend. Leider ging die Arbeit vor.

Mit weit ausgreifenden Schritten eilte er durch die Straßen. Er ignorierte die erleuchteten Schaufenster und die geschmückten Häuser.

Weihnachten? Ein Fest für Weicheier!

Als er endlich die Haustüre hinter sich ins Schloss drückte, fror er in dem Hausflur nur noch mehr. Die Wände atmeten Kälte aus. Es lag nicht an dem Winterwetter, sondern an dem bohrenden Gefühl, aus verschiedenen Richtungen beobachtet zu werden. Die Schatten dehnten und wanden sich vor seinen Augen. An manchen Stellen, direkt unter der Treppe, jenseits des Windfangs, ballten sie sich.

Zuckte dort nicht der konturlose Schädel eines Wächters? Oliver ballte die Fäuste. Unter seiner Jacke strampelte Opa. Sie spürte ihre Anwesenheit ebenfalls.

„Beruhig’ dich, Dicke.“ Seine Stimme bebte. Trotz allem fehlte das Gefühl wirklicher Angst. In all den Jahren, die er und seine beiden jüngeren Brüder hier lebten und arbeiteten, hatte er sich an die permanente Anwesenheit von Geistern gewöhnt. Aber er verabscheute die Wächter. Obwohl er sie nicht deutlich ausmachen konnte, spürte er die gesichtslosen Geisterfresser. Einer der Verdammten musste ihnen aus ihrer grell weißen Welt entkommen sein.

Opa strampelte heftiger. Mit einer Hand strich er über die zappelnde Beule in seiner Jacke. Das Tier beruhigte sich widerwillig. Sie fürchtete sich. Schaudernd tastete er nach dem Lichtschalter. In diesem verrotteten, alten Geisterhaus konnte einfach niemand leben.

Licht flutete die steilen Treppen. Tatsächlich kauerte ein Wächter unter der Treppe, auf der Rückseite seines Geschäftes. Das Wesen war außergewöhnlich klein. Oliver kannte drei bis vier Meter große Wächter. Trotz allem verlor das Geschöpf nichts von seiner Bedrohlichkeit. Der augenlose Schädel pendelte auf dem zwei Meter langen, dünnen Hals. Aus den ausgerissenen Winkeln seines Maules troff Speichel.

Es klaffte auf. Die fingerlangen, spitze Zähne riefen in Oliver unangenehme Erinnerungen wach. Diese Wesen jagten und fraßen Geister, die sich nicht an die Grenzen der hoffnungslose Spiegelwelt hielten und ausbrachen. Ihm war klar, dass die Wächter keine helfenden, freundlichen Geschöpfe hinter den Spiegeln fest hielten. Das, was sich dort verbarg, waren Monster.

Der massige Leib senkte sich, als der Wächter sich auf seine vergleichsweise kurzen, muskulösen Hinterbeine setzte, um sich vorne auf den doppelt so langen Vorderläufen abzustützen. Der Anblick erinnerte Oliver an eine groteske Mischung aus einem Dinosaurier und einem besonders hässlichen Hund.

„Was willst du?“ Oliver sah den Wächter herausfordernd an.

Ein tiefes Grollen drang aus der Kehle des Wesens.

Mit einigen Sätzen stand Oliver auf gleicher Höhe. Der Kopf des Wächters zuckte zu ihm. Fauliger Atem schlug Oliver ins Gesicht. Er wendete sich kurz ab. Der lange Hals reckte sich um ihn herum. Es schien fast, als suche der Wächter nach Olivers Aufmerksamkeit.

„Was willst du?“

Von dem Monster kam keine Reaktion. Lediglich sein abstoßender, flacher Schädel rückte näher.

„Wo bleibt deine Empathie? Sonst seid ihr doch auch hervorragend darin, mir den Kopf mit eurem bescheuerten Gedankengut zu füllen.“

Das Wesen reagierte nicht. Oliver umging den Wächter. Ihm war bewusst, dass mit dem Wächter irgendetwas nicht stimmte. Das Ding war nicht nennenswert größer als er selbst. Es zwang ihm auch keine Gefühle und Eindrücke auf, wie seine größeren Artgenossen. Kopfschüttelnd schloss er die Hintertüre des Ladens auf und öffnete den Stromkasten, um die Hauptsicherung einzudrehen. Die gelben Lampen flackerten, bevor sie wieder ausgingen.

„Scheiße!“ Oliver versetzte dem Kasten einen Schlag. Er legte die Bucher auf den Boden. Opa wurde bei der Bewegung zusammengestaucht und zappelte verärgert. Entnervt öffnete er den Reisverschluss und die Hüftschnallen, damit sie frei im Geschäft herumhoppeln konnte. Die massige Stallhäsin sprang mit einem weiten Satz auf den Boden und schlidderte auf den gebohnerten Dielen bis an die Kante zu den Stufen in das Ladenlokal. Nachdem sie sich gefangen hatte, klopfte sie mit ihren kräftigen Hinterläufen mehrfach aufgebracht und klapperte beleidigt mit ihren Zähnen. Er beobachtete, wie sie aus dem Lichtkegel des Treppenhauses, zwischen den Buchregalen verschwand. Ein unförmiger Schatten fiel auf den Boden. Feuchtheißer Atem schlug ihm in den Nacken. Er fuhr herum. Der Wächter kauerte auf der Schwelle. Sein Kopf pendelte keine Hand breit vor Olivers Gesicht.

Sein Magen verkrampfte sich. Ihm wurde schlecht. Zugleich ballte sich Wut in ihm.

„Verpiss dich!“ Er stieß den Kopf des Wächters mit der Hand zurück. Unbeeindruckt blieb das Wesen hocken.

„Bist du ein Hund?“, fragte Oliver entnervt. Er wandte sich kopfschüttelnd ab. Mit flinken Fingern drehte er eine Ersatzsicherung in den Kasten.

Das Licht flackerte. Unter der Decke entflammten mehrere archaische Kristalllampen. Oliver atmete auf.

Ohne dem Wächter weitere Beachtung zu schenken, hob er die Bücher auf.

Er warf er Jacke und Mütze auf den Tresen. Mit beiden Händen fuhr er sich durch den Iro.

Dielen knarrten. Erschrocken sah er sich um. Der Wächter blieb stehen.

„Was willst du nur?“

Erneut blieb der Wächter stehen. Ohne es begründen zu können, empfand er das Monster als vollkommen ungefährlich. Die Reaktion seiner Häsin sprach eigentlich dagegen. Opas Instinkt war ein untrüglicher Indikator für Gefahren.

Der Wächter reckte sich. Sein Maul klaffte auf. Aus den Tiefen seines Halses drang dumpfes Grollen. Speichel troff zu Boden. Trotz allem ging sein Augenloser Blick weit an Oliver vorbei.

„Was …“

Das Gefühl, nicht mehr allein zu sein, erfüllte ihn. Ein eisiger Hauch strich über seinen Rücken. Sofort begann er wieder zu frösteln. Die Härchen auf seinen Armen elektrisiert. Er kannte das Gefühl. Geistererscheinungen kündigten sich so an.

Langsam wandte er sich um. In der Mitte des Ladens stand ein kleines, zierliches, vielleicht fünfjähriges Mädchen, dessen dunkle Locken von einer schäbigen Schleife aus dem Gesicht gebunden wurden. Sie trug wollene Strümpfe und ein mattrotes Kleid. Über dem Die Armbinde mit dem Davidsstern zeichnete sie als Jüdin aus.

„Ruth?“ Obwohl er es nicht wollte, zuckte Oliver zusammen. Ungläubig starrte er seine kleine Geisterfreundin an. Bislang begleitete sie nie diese Todeskälte.

Im gleichen Moment schalt er sich einen Narren. Ruth war kein böses Geschöpf.

Ihre ewig verweinten Augen gaben ihr den Anschein verloren zu sein. Trotz allem lag erwachsener Ernst in ihrem Blick.

Der Wächter grollte immer noch hinter ihm.

„Ach, gib Ruhe!“ Er sah sich nicht zu dem Wesen um. Eilig trat er um den Tresen herum und setzte sich auf die Stufen.

„Was ist, Ruth?“

Sie erwiderte einen Moment seinen Blick und zögerte. „Der Wächter ist nicht wegen mir hier.“ Ihre erwachsene Stimme passte nicht zu dem Kinderkörper. „Ich weiß nicht, wer ausgebrochen ist, aber …“ Sie unterbrach sich, als würde sie lauschen. Das Grollen des Wächters nahm zu. Oliver sah über die Schulter. Das graue Monster schien sich aufzublähen. Kopf und Körper gewannen ständig an Masse. Binnen Sekunden füllte das Ding den schmalen Flur fast aus. An seinen Fängen troff grünlicher Schleim herab. Eine Woge unidentifizierbarer, bizarrer Gedanken drang in Oliver ein. Gefühle, die nichts Menschliches an sich hatten, durchdrangen seine Seele. Spinnfinger griffen in sein Wesen ein, zerrten alle Empfindungen hervor und wirbelten sie durcheinander. Tausend Stimmen explodierten in grellem Kreischen. Weißes Licht flackerte vor seinen Augen. Der antike Buchladen umriss sich scharf in schwarzen Schlagschatten: die Welt hinter den Spiegeln. Es tat weh. Oliver presste die Kiefer aufeinander. Er glaubte den Verstand zu verlieren. Sein Körper wurde von dem Wächter ausgehöhlt. Schwäche ergriff ihn. Er sackte bebend in sich zusammen.

Genauso brutal, wie der Wächter sich mit ihm verband, zog er sich auch zurück. Von einem Moment zum nächsten herrschte vollkommene Stille. Die Leere, die das Wesen zurückgelassen hatte, breitete sich in Eisnebeln aus.

Obwohl er den Laden sah, fühlte Oliver sich blind. Ein hoher, pfeifender Ton in seinem Innenohr signalisierte ihm, dass er wieder zu sich kam. Mühsam schüttelte er die Taubheit ab …

Schmerz durchzuckte ihn, als Opa ihre langen Nagezähne in seinen Finger rammte.

„Spinnst du?!“ Er zog die Hand weg und schob seine Häsin mit dem Stiefel zur Seite. Opa ließ sich davon nicht beeindrucken. Sie sprang über die Stahlkappe hinweg und hockte sich zwischen seine Beine.

Oliver wich ihrem vorwurfsvollen Blick aus. Ruth stand nur einen Schritt von ihm entfernt. In ihren Augen glomm tief rotes Feuer. Ihre Lippen bebten vor Anstrengung. Hatte sie den Wächter etwa zurück gedrängt?

Ein formloser, heißer Leib berührte Olivers Rücken. Er fuhr herum. Der Wächter drängte sich an ihn. Weit über Oliver pendelte der Schädel. Er folgte der Richtung, in die das Wesen spähte.

Aus einer Ecke zwischen den Buchregalen wehte kalter Nebel in den Raum. Die Temperatur sank deutlich. Eine mächtige, böse Entität befand sich hier. Eiskristalle flirrten zu Boden. Schauer rannen über seinen Rücken. Die feinen Härchen auf seinen Armen richteten sich auf. Sein Atem kondensierte vor seinen Lippen. Trotzdem er fror, rann Schweiß über seine Schläfen. Irgendetwas Unvorstellbares kam.

Oliver sprang wütend auf. Etwas Vergleichbares war in all den Jahren, die er seit dem Selbstmord seines Großvaters hier lebte, nicht einmal passiert.

Opa zog sich zähneklappernd hinter ihn zurück, während der Wächter die Stufen hinab sprang. Ruth wich ihm in letzter Sekunde aus.

Sein Massiger Leib duckte sich zu Boden. Er zog den Hals an und wartete. Seine Klauen fetzten Splitter aus dem Holz. Er schien zu lauern.

„Was ist das, Ruth?“

Dicht neben Oliver materialisierte ihre Gestalt. Sie antwortete nicht, spannte sich aber.

Oliver musste wissen, was geschah. Er löste sich von ihrer Seite und spähte in den Gang zwischen den Regalen. Eis überzog Schaufenster, Boden und Bücher. Schemen zuckten über die sonst so staubige Scheibe. Die Buchhandlung wurde gespiegelt. Allerdings sah sich Oliver nicht in der Reflektion. An seiner Stelle stand ein ihm vertrauter Mann, sein Großvater.

Die grausamen, verfallenen Züge brannten sich in Olivers Verstand. Der Alte erinnerte an eine bizarre Karikatur eines Menschen. Alle negativen Emotionen hatten sich in die Mimik um den lippenlosen Mund gegraben. Helle, fast blinde Augen starrten aus tiefen Höhlen. Die Pergamenthaut riss bereits über den hohen Wangenknochen und dem massiven Kiefer. Der Geist entblößte Ruinen gelber Zähne, die kaum noch in den Resten des einst rosigen Gewebes saßen. Aus seinem Mund wand sich ein Klumpen schleimigen Fleisches.

Der Alte umklammerte mit beiden Armen Bücher. Aus den alten Werken troff Blut auf die Dielen.

Oliver stöhnte gequält auf. Einen Herzschlag später brach grell weißes Licht aus der Scheibe. Die Welt um ihn gerann zu flackernder Helligkeit. Zeitgleich verschob sich der Raum. Er war dem Geist nah genug, um ihn berühren zu können. Mit einem Satz brachte er Abstand zwischen sich und seinen Großvater.

Wo waren der Wächter, Opa und Ruth?

Olivers Blick irrte durch den verzerrten Innenraum des Ladens. Nichts, niemand. Er war mit seinem Großvater allein. Wütend knirschte er mit den Zähnen.

Der Alte umklammerte die Bücher. Sein Maul verzog sich zu einem grotesken Grinsen.

„Dein Leben für meine Freiheit!“

Seine Stimme klang wie Fingernägel auf einer Tafel. Oliver überlief eine Gänsehaut. Tief in seinem Herz bohrte Angst. Er kannte die Welt hinter den Spiegeln, schließlich war er schon einmal gestorben und wurde zurückgeholt. Wahrscheinlich hatte dieses Erlebnis seinen Geist für die Ebene der Toten sensibilisiert. Innerlich gefror er. Dieser Ort war erbarmungslos. Die Sünden, die im Leben begangen würden, geißelten die Seele auf ewig.

Er atmete tief durch. „Glaubst du wirklich, dass ich dabei mitmache?“ Er schüttelte den Kopf. „Vergiss es!“

Der Alte ließ die Bücher zu Boden gleiten. Zwei von ihnen schlugen an willkürlichen Stellen auf.

„Alles, was ich aufgebaut habe, vernichtest du!“ Der alte Mann ballte die Fäuste. Oliver spannte sich. Das Licht brannte in seinen Augen. Er musste sich beherrschen, nicht zu blinzeln. Schleichende Ermattung ergriff ihn. Lebenskraft floss aus ihm heraus. Er musste etwas unternehmen. Mühsam sammelte er Kraft.

Waren Geister für ihn nicht stofflich?

„Der Schatz, den ich zusammengetragen habe …“

Ohne Vorwarnung rammte er seinem Großvater die Faust gegen den Kehlkopf. Der Alte brach keuchend in sich zusammen.

„Was soll der Scheiß! Du hast dir das Leben genommen, du elender Feigling. Ansprüche kannst du gar keine mehr anmelden!“

Wütend drückte er den alten Mann nieder. „Was hast du getan, um an alte Bücher zu kommen?!“

Röcheln antwortete ihm. Oliver lockerte seinen Griff. „Was wirfst du mir vor?!“

Der Alte schlug seine Hand fort. „Skrupel!“ Seine gesplitterten, nikotingelben Klauen schossen vor. Oliver sprang zurück. Trotz seiner Reaktionsschnelle zogen die Nägel brennende Spuren über seine Brust.

Seine Energie ließ nun rapide nach. Keuchend trat er nach seinem Großvater, der wieder auf die Beine kam. Er hörte ein ungesundes Knacken in den morschen Knochen, als er mit dem Stiefel Schienbein und Knie traf.

Der Alte schrie.

Wie lang sollte dieser Kampf noch gehen? Mühsam richtete Oliver sich auf. Er musste diesen Ort verlassen, bevor seine Lebensenergie sich in der Welt hinter den Spiegeln verteilte.

Taumelnd drehte er sich im Kreis. Wo befand sich das Portal?

Die blendende Helligkeit war das Einzige, was er sah.

Rasch drehte er sich zu dem Alten um.

Sein Großvater hatte sich aufgerichtet. Er presste die Bücher wieder an sich. „Mein Leben …!“

Wie eine Katze sprang der Alte ihn an. Schmerzen empfand er keine mehr.

Oliver wankte zur Seite. Sein Gleichgewicht setzte aus. Für einen furchtbaren Moment wusste er, dass sein Großvater gewonnen hatte. In der gleichen Sekunde löste sich etwas in seinem Verstand. Plötzlich sah er die Welt anders, klarer. Stimmen flirrten um ihn herum. Tiefe, dunkle Gefühle fluteten seine Seele. Vollkommen neue, monströse Stärke rann durch seinen Körper. Er wusste unumstößlich, dass etwas Unmenschliches von ihm Besitz ergriffen hatte. Der Gedankengang ging so schnell, wie er kam. Einen Augenblick lang kannte er sogar die Antwort auf seine Fragen. Als die Klauen seines Großvaters in seine Brust drangen, verwischten die Eindrücke.

Es tat nicht weh. Er starb nicht … Die Arme des Alten steckten bis zu den Ellbogen in seinem Körper. Der Blick der hellen Augen wechselte von Triumph zu Entsetzen.

Oliver spürte, wie er die Macht über seine Handlungen verlor. Ein anderes Bewusstsein nistete sich ein, beherrschte ihn. Mit aller Kraft versuchte er den Eindringling zurück zu drängen. Ein stechender Schmerz in seinen Schläfen ließ ihn zusammen zucken. Er hörte das Grollen des Wächters in seinen Gedanken.

Gib nach!

„Nein!“

Wir sterben.

„Nie!“

Er ist ein Mörder.

„Ich …“ Oliver wurde schlecht. Er wusste, dass sein Großvater getötet hatte. Ihm fiel es immer schwerer, dem Bewusstsein des Wächters Stand zu halten.

Er hat seinen Schatz mit Leben erkauft.

Obwohl ihm das keine Neuigkeit war, erschütterte ihn diese Wahrheit. Der Wächter nutzte seine Chance. Von einer Sekunde zur nächsten zwang ihn das Wesen in die Position des Beobachters. Oliver war nicht mehr Herr seines Körpers …

Sein Kopf zuckte gegen die Kehle seines Großvaters. Ein schwacher Hauch Entsetzen berührte sein Herz, bevor sich seine Zähne in die Kehle des Geistes schlugen und sie heraus rissen.

Bebend starrte Oliver auf seine Brust. Nichts. Dort, wo der Geist gestanden hatte, lagen nur ein paar Bücher, die vom Auslagentisch heruntergefallen waren. Das warme Licht der Kristalllampen umfing ihn. Er befand sich wieder in der Realität. Mit einem Blick über die Schulter vergewisserte er sich, dass der Wächter diese Ebene verlassen hatte. Ruth hockte auf den Stufen, Opa neben sich. Ihre Augen schimmerten feucht. Zum ersten Mal sah er sie weinen.

„Was ist denn, Kleines?“ Auf unsicheren Beinen wankte er zu ihr und ließ sich neben sie fallen. Ruth lehnte sich an ihn. Wie selbstverständlich wischte sie ihr feuchtes Gesicht an seinem Pullover ab.

„Hey, lass das mal nicht zur Gewohnheit werden!“

Sanft umarmte er sie. Ruth seufzte. „Es ist gut, dass du zu ihnen gehörst.“

„Was?“

Sie richtete sich auf. „Du bist einer der Wächter, nur auf der anderen Seite der Spiegel“, entgegnete sie. Mit einer Hand zupfte sie an ihrem Rocksaum.

Eisiger Schrecken rann durch seine Adern. „Quatsch …“

Sie brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen. „Warum glaubst du, sammeln sich Geister in deiner Nähe?“

Er hob die Schultern. „Weil das ein verdammtes Haus ist?“

Vehement schüttelte sie den Kopf. „Du bist einer der Wächter. Die Grauen sind deine Gefährten.“

Er legte die Stirn in Falten. „Und woher weißt du das, Fräulein Naseweis?“

Mit gehobenen Brauen und dem Tonfall einer Erwachsenen entgegnete sie: „Weil dein Großvater – mein Vater – schon einer war.“

Oliver zuckte zusammen. „Niemals!“

Sie lachte humorlos auf, bevor sie sich erhob. „Er ist für die ruhelosen Seelen verantwortlich, Oliver.“ Ihre Stimme nahm einen beschwörenden Klang an. „Um an die ganzen Werke zu gelangen, opferte er hunderte Menschen. Ihr Leben ist an diesen Ort und an die wertvollen Bücher gebunden.“ Sie drehte sich im Kreis. Mit einer Hand strich sie über ihre Brust. „Er hat sogar meine Mutter und mich geopfert.“ Oliver erhob sich. Behutsam zog er den Kinderkörper an sich und streichelte ihren Kopf. „Es ist vorbei, Ruth. Dein Vater kann dir und deiner Welt nie mehr gefährlich werden.“

Blogger schenken Lesefreude 2014


Hallo ihr Lieben,

Jule hatte mich schon im vergangenen Jahr auf diese Aktion aufmerksam gemacht und gefragt, ob ich teilnehmen will. Im letzten Jahr wurde es zu knapp (nicht dass ich dieses Mal sonderlich viel schneller reagiert hätte …). Aber dieses Mal bin ich mit von der Partie und ihr könnt hier den ersten der Schattengrenzen-Romane gewinnen.

Blogger schenken Lesefreude

Blogger schenken Lesefreude

Für den morgigen Welttag des Buches sollte ein Buch zum Gewinnen wirklich nicht zuviel sein 🙂 Bis zum 30.04., um 23:59 h (eine Minute vor der Geisterstunde ;)) habt ihr Zeit euch zu bewerben. Unter all den Teilnehmern verlose ich das Buch inclusive Lesezeichen und Illustration eines Charkaters. Hier findet ihr ein paar Illus zu den Schattengrenzen-Romanen. Einfach dem Link folgen und stöbern. Bei einigen der Beschreibungen sind Zeichnungen dabei und unter Illustrationen findet ihr unter meinem Namen eine größere Auswahl.

Hier der Klappentext:

Für die 19-jährige Camilla und ihre Freundin Theresa endet ein Museumsausflug mit einem Schock. Ein Mann stürzt sich vor ihren Füßen zu Tode. Seine Augen lösen sich in Staub auf, aus seiner Hand rollen blutige Augäpfel. Steht der Suizid in Zusammenhang mit einem wahnsinnigen Mörder, der sein Unwesen in Berlin treibt? Bereits mehrere junge Frauen sind ihm zum Opfer gefallen. Die verstümmelten Leichen verbindet ein grausiges Merkmal: herausgeschnittene Augen.

Obwohl sich Camilla und Theresa unter der Betreuung einer Psychotherapeutin und der Polizei in Sicherheit wähnen, nimmt der Serienkiller sie ins Visier. Von Panik getrieben gerät Camilla in die Unterwelt der Hauptstadt und stößt auf rätselhafte Menschen. Können der greise Amadeo oder der attraktive Chris sie vor ihrem fanatischen Verfolger retten? Mit dem Namen „Sandmann“ gibt Chris ihr einen entscheidenden Hinweis, doch der Killer ist nicht leicht zu überlisten. Um seinen Attacken zu entkommen, muss sich Camilla nicht nur ihrem Peiniger stellen. Sie entdeckt eine übersinnliche Fähigkeit, die vielleicht besser im Verborgenen geblieben wäre …

Glasseelen - Schattengrenzen I - Tanja Meurer/ Bookshouse

Glasseelen – Schattengrenzen I – Tanja Meurer/ Bookshouse

Hier auch noch mal die zugehörigen Lesezeichen:

Camilla

Camilla

Nathanael

Nathanael

Olympia

Olympia

Da es in der Geschichte stellenweise sehr unheimlich zugeht, müsst ihr mir beantworten, ob euch schon mal etwas entsprechendes passiert ist, was euch wirklich angst gemacht hat.

Liebe Grüße und viel Glück 🙂

Tanja

Die Arbeiten schreiten voran


Wie schon angekündigt, bin ich an den Lesezeichen zu „Der Rebell“. Die Arbeit mache ich mir nicht ausschließlich, um Neues zum neuen Buch zu haben. Klar auch, zugegeben, auch weil reichlich anderer Charaktere dabei sind. Oliver ist Protagonist, Camilla rückt in den Hintergrund. Die Geschichte, die ich erzähle, ist eine andere, kein Aufguss des ersten Buches. „Der Rebell“ ist auch in sich nicht abgeschlossen, sondern erst mit Band 3 beendet. Davon abgesehen findet ab dem 02.10.2013 über http://www.xtme.de/ eine Aktion zu „Schattengrenzen I und II“ statt.

„Glasseelen“ wohlbekannt als Band I, wir vom 02.10. an für 5 Tage zu 0,99 € erhältlich sein, während der zweite Band „Der Rebell“ als Printausgabe zu Gewinnen sein wird (ich stelle dafür 5 Exemplare). Wie üblich gibt es dazu die Zeichnung und Widmung in das Buch, aber darüberhinaus auch eines der Originallesezeichen zu gewinnen, bzw. Sonderdrucke der Lesezeichen.

Hier sind die neusten Stände:

Der Rebell - Lesezeichen

Der Rebell – Lesezeichen – Oliver, Daniel, Matthias und Christoph

Camilla Tusche

Camilla Tusche

Camilla ist leider bislang nur getuscht. Sie wird am aufwändigsten. Ihren Chris habe ich gestern erst angefangen. Damit habt ihr aber schon eine Vorstellung, wie die Lesezeichen werden sollen.

Übrigens findet zur Vorstellung des Buches auf LovelyBooks wieder eine Leserunde statt, zu der ihr euch ab dem 04.10. bewerben könnt. http://www.lovelybooks.de/thema/bookshouse-Sammelthread-f%C3%BCr-Gewinnspiele-und-Leserunden-1006084871/1057989851/

Zusätzlich gibt es zu beiden Romanen in Hann. Münden (das schöne Örtchen zwischen Kassel und Göttingen) im Rahmen der „Denkmal Kunst – Kunst Denkmal“-Tage eine Lesung. Am 03.10. ab 19:00 h lese ich in einem der alten Baudenkmäler in der Lohstraße 3: http://www.denkmalkunst-kunstdenkmal.de/ http://www.denkmalkunst-kunstdenkmal.de/pages/programm/do.-3.10.13/tanja-meurer.php. Wer in der Nähe wohnt, kann gern kommen und zuhören. Die Lesung beginnt um 19:00 und geht bis 20:30 h.

Am 06.10. ab 16:00 h lese ich aus beiden Büchern in der Blücherstraße 20, Wiesbaden (Back-Depot). Natalie, die Betreiberin sorgt für das leibliche Wohl.

Zu Ende des Monats – Halloween – lesen außer mir im Lesecafé Wiesbaden zu einer Sonderveranstaltung Ju Honisch, Christian Humberg, Sandra Baumgärtner und Diana Menschig. Das Datum: 26.10., die Uhrzeit: ab 15:00 h. Ihr solltet euch das Spektakel unbedingt anhören. Ju und Christian zu sehen, ist wirklich genial. http://www.vee-jas.de/Lesecafe/termine.html

Mehr Details in Kürze 🙂

Liebe Grüße, Tanja

Also, ihr seht, gerade eben bewegt sich wieder einiges.

HP-Updates und Leseproben …


Im Zuge des neuen Romans hat Juliane gerade wieder ein Groß-Update meiner Homepage und der Schattengrenzen-Seite gemacht. Für sie war es sicher nicht gerade angenehm, weil gerade auf Schattengrenzen ein Haufen neuer Infos dabei war. Beispielsweise sind die Charaktere angepasst worden, die Hintergrundinfos zu „Der Rebell“, etc. Schaut also einfach mal rein, damit sich ihre ganze Mühe ein bisschen gelohnt hat 🙂

Was nun auch online ist – die kostenfreie Leseprobe zu „Der Rebell“. Es ist eine 108-seitige XXL-Leseprobe. Die Formate sind *.txt, *.pdf, ePub, Mobi und SWF.

Btw, hier ein bisschen was zum Anfüttern:

Ihr hysterisches Lachen endete in ersticktem Röcheln. Die folgende Stille versetzte Oliver in abgrundtiefes Entsetzen.
Nur das Geräusch von Metall, das Knochen zersplitterte, drang zu ihm. Das Monster zerfleischte sie. Der Anblick brannte sich in seinen Verstand. Oliver stöhnte.
Seine Knie zitterten, zugleich fühlte sich sein Körper an, als würde Lava durch seine Adern strömen. Er kauerte sich tiefer unter die Anrichte und presste seine Fäuste auf die Ohren. Sein Herz hämmerte gegen die Rippen. Ihm wurde schwindelig. Oliver biss auf seine Unterlippe. Er schmeckte Blut. Mühsam zwang er sich zur Ruhe. Er musste fliehen, die Polizei rufen, aber er konnte sich nicht regen. Er wagte nicht, ins Wohnzimmer zu spähen. Aber er musste, jetzt sofort, bevor auch er starb.
Vorsichtig sah er über die Küchenplatte.
Noch immer rammte dieser Wahnsinnige sein Messer in ihren Leib. Deutlich hörte er, wie die Spitze sich in den Boden bohrte.
Der Körper seiner Mutter lag vor der Terrassentür. Ihr Blut tränkte den hellen Teppich.
Sein Vater kauerte wie ein Nachtmahr über der Masse aus zerschnittenem Gewebe und zerhackten Knochen. Er hob sich deutlich gegen die hellen Gardinen ab. Schwarzgrauer Dunst kräuselte sich um ihn.
War das die brennende Zigarette seiner Mutter? Oliver reckte sich vorsichtig. Dafür war der Rauch zu dunkel. Oder täuschte er sich? Mit zitternden Fingern klammerte er sich an die Küchenplatte.
Er würgte.
Sein Vater, oder wer immer dieses Wesen sein mochte, hatte den Verstand verloren. Er war kein Mensch mehr. Als er die Waffe hochriss, spritzte Blut auf Glas und Gardinen.
Olivers Mageninhalt schoss hoch. Er stieß ein unartikuliertes Geräusch aus und presste die Kiefer aufeinander. Zu spät. Würgend erbrach er sich.
Verdammt, er fühlte sich unendlich schwach. Er musste weg. Seine Muskeln protestierten.
Unsicher kroch er aus seinem Versteck, rappelte sich auf und eilte auf den Flur hinaus. Flucht war seine einzige Chance, wollte er überleben. Er trug keine Schuhe. Trotzdem kamen ihm seine Schritte viel zu laut vor. Sein Vater würde ihn hören und er wäre tot, bevor er die Haustür erreichte.
Ein Wutschrei, vermischt mit entsetzlicher Verzweiflung drang aus dem Wohnzimmer. Einen Herzschlag später vernahm er den schweren Gang seines Vaters.
Sein Vater war nicht mehr er selbst. Er hörte ihm nicht mehr zu. Dem durchtrainierten, cholerischen Mann hatte Oliver nichts entgegenzusetzen. Nur Schnelligkeit konnte ihn retten.
Die Kisten und Koffer seiner Mutter standen noch im Flur. Sein Lauf wurde zu einem einzigen Ausweichmanöver. Verflucht! Genauso gut hätte der Ausgang einen Kilometer entfernt sein können.
»Olli …«
Die weinerliche Stimme seiner kleinen Schwester drang aus dem ersten Stock.
Elli? Sein Herz verkrampfte sich. Er konnte nicht weg. Elli, die Zwillinge und der kleine Marc waren noch im Haus.
Ihn trennten noch fünf oder sechs Schritte von der Haustür.
»Olli.« In Ellis hysterischem Quietschen lag panische Angst, das Entsetzen, das er verspürte.
Er musste seine Brüder und Elli in Sicherheit bringen.
Abrupt änderte Oliver seine Richtung und rutschte weg. Mit rudernden Armen kämpfte er um sein Gleichgewicht. Er stürzte auf ein Knie. Schmerz zuckte durch sein Bein.
»Chris, Micha …«, keuchte er.
Er sah sich um.
Über den Wohnzimmerteppich huschten bizarre Schatten. Schwere Schritte näherten sich. Olivers Herz raste.
Hass und Verzweiflung vereinten sich im Gebrüll seines Vaters. Die Stimme klang fremd in seinen Ohren. Begriff er, was er getan hatte? Nein, sicher nicht. Dieses Tier hatte keine Gefühle.
Oliver schauderte. Er versuchte, auf die Füße zu kommen. Sein verletztes Knie gab unter der Belastung seines Körpers nach. Ein scharfer Stich trieb ihm Tränen in die Augen. Ärgerlich biss er die Zähne zusammen. Beim Boxen hatte er mehr weggesteckt.
Sein Atem stockte. Das Ungeheuer stand im Türrahmen des Wohnzimmers. Rauchschleier umwehten ihn.

Schattengrenzen II – Der Rebell –


Hallo ihr Lieben,

seit heute ist das Buch erhältlich. Heute, am 23.08.2013 ist der zweite Band von Schattengrenzen erschienen. Der Rebell ist der indirekt direkte Anschluss an Glasseelen.

Wer wissen will, was die kryptische Mail von Matthias zu Ende des ersten Buches zu bedeuten hat, wird hier nun die Antwort finden.
Das Buch ist erhältlich auf der Bokkshouse-Seite:
http://www.bookshouse.de/buecher/Der_Rebell___Schattengrenzen_2/
und kommt in Kürze auch in alle anderen Shops.

Btw, hier auch mal die Mail von Matthias (aus dem ersten Band):

Hallo Camilla,

ich brauche deine Hilfe. Kennst du den Geschäftsmann Thomas Hoffmann? Wahrscheinlich nicht, oder? Ich würde dich bitten, dass du dich mit ihm oder zumindest mit seinem ältesten Sohn in Verbindung setzt. Es ist wahnsinnig wichtig. Du kannst damit vielleicht eine Katastrophe verhindern und Leben retten … vielleicht sogar meins.
Sag ihnen, dass am kommenden Wochenende etwas passieren wird, was unabsehbare Folgen hat. Bitte frag nicht, warum, ich werde es dir nicht erklären können, aber es geht um das Leben einer ganzen Familie.
Vielen Dank,

Matthias

PS: Camilla, wenn du dachtest, Ancienne Colognes Auswirkungen auf uns alle wären groß gewesen, irrst du dich. Das, woran ich jetzt bin, betrifft auch dich, wenn auch nur am Rande. Bitte hilf mir, bevor ich einen unverzeihlichen Fehler begehe.

Na, neugierig?

Cover I

Cover I

Die Leseprobe ist online. Ihr könnt sie auf der Bookshouse-Seite einsehen:

http://www.bookshouse.de/leseproben/51/51.pdf

http://www.bookshouse.de/system/tools/leseprobe.cfm?061F530944024D1C161C070C534066172B59383A260E041A0B03445125

Bei dem Buch geht es um etwas heftiger zu, als bei Glasseelen. Es ist unheimlicher und definitiv das, was ich besonders liebe – Geisterhorror, in Verbindung mit alten Bauten und zudem mit einem schwulen Pairing. Zusätzlich spielt alles in Wiesbaden, dort, wo ich nmich auch am Besten auskenne. Von daher – habt viel Spaß damit 😉

Ganz liebe Grüße

Tanja